Was sind endokrine Disruptoren?

Endokrine Disruptoren sind industriell hergestellte chemische Substanzen, die Hormone imitieren, indem sie an einen Hormonrezeptor einer Zelle binden, eine dem Hormon ähnliche Wirkung verursachen oder Rezeptor blockieren. Sie verändern so die Funktion des endokrinen Systems und stehen in dringendem Verdacht, zu gesundheitlichen Schäden zu führen: 

  • Abnahme der Fertilität durch eine sinkende Spermienqualität

  • Fehlbildungen männlicher und weiblicher Geschlechtsorgane

  • Stoffwechselerkrankungen (Diabetes mellitus, Adipositas)

  • Verhaltensauffälligkeiten wie z. B. Autismus, ADHS 

  • neurologischen Erkrankungen wie z. B. Alzheimer, Parkinson

  • Autoimmunerkrankungen

  • früheres Einsetzen der Pubertät

  • Auftreten von Tumoren (Prostata-, Hoden- und Brustkrebs) durch Imitation der Sexualhormone

  • zudem wird eine Minderung der Intelligenz diskutiert

 

Aktuell werden durch die Europäische Kommission 28 Substanzen und Inhaltsstoffe diskutiert, die möglicherweise endokrin aktiv sein könnten. 14 Substanzen davon haben eine hohe Priorität. In einer Übersichtstudie der EU gehören dazu 6 Substanzen (Benzophenone-3, Kojic acid, 4-methylbenzylidene Camphor, Propylparaben, Triclosan und Resorcinol), die in kosmetischen Produkten verwendet werden und bisher nicht durch ein bestehendes oder laufendes Verbot abgedeckt werden.

Weiterhin sind als mutmaßliche endokrine Disruptoren aufgeführt:

 

 

Wann, für welchen Stoff und ob ein Verbot gemäß der VO (EG) 1223/2009 über kosmetische Mittel des Europäischen Parlaments in Kraft tritt, ist aktuell noch unklar.

© Dr. med. Dipl. Biol. Susanne Saha 03/2021